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Gesamtportfolioprinzip

Warum Multi-Asset-Klassen-Ansatz bei Aktien

Viele deutsche aktive Anleger haben bewusst oder unterbewusst ihren Schwerpunkt ausschließlich oder vorwiegend auf deutsche oder westeuropäische Standardwerteaktien (Large Caps) gelegt. Dieser Home Bias, der auch für deutsche Anleger nachgewiesen ist, ist aus rationaler Sicht ein gravierender Fehler. Es kommt diesen Anlegern unterbewusst nicht darauf an, die bestmögliche Risiko-Rendite-Kombination zu erreichen, sondern die geringstmögliche Abweichung zu einer (wenn auch schlechten) Benchmark, die in ihrer Umwelt allgemein verbreitet und akzeptiert ist, wie z. B. der DAX. Konsequent passiv investieren heißt dagegen, (a) richtig zu diversifizieren (über wenige breite, globale Asset-Klassen hinweg, ohne sich dabei auf einzelne Länder oder Regionen zu beschränken), (b) die wahren (langfristigen) Renditetreiber, d. h. Nebenwerte, Value- und Schwellenländeraktien, im Portfolio zu haben. Um diesen langfristigen Renditebonus mit hinreichender Sicherheit einzufangen, sollte man jedoch einen Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren haben.

Warum das Gesamtportfolioprinzip?

(
1) Nicht mit Einzelprodukten zocken, wie es Banken und konventionelle Vermögensberater letztlich tun:

Einzelwerte sollten in jedem Fall vermieden werden, weil es nicht sinnvoll ist, ein sogenanntes „unsystematisches“ Risiko1 in Kauf zu nehmen, das mit Einzelwerten unweigerlich einhergeht. Um dieses unsystematische Risiko so weit wie möglich zu minimieren, sollte man sich der Diversifikation bedienen, das einzige „Gratismittagessen“ auf dem Kapitalmarkt darstellt.

(2) Risiko und Rendite können nur auf Gesamtportfolioebene sinnvoll beurteilt werden:

Wir betrachten Ihr Portfolio als Ganzes und leiten Handlungskonsequenzen nur aus dieser ganzheitlichen Perspektive ab. Rendite und Risiko können nur innerhalb des jeweiligen Gesamtportfolios (das auch Nichtwertpapieranlagen wie Humankapital, Rentenansprüche und Wohnimmobilien mit einschließt) sinnvoll beurteilt werden. Das Risiko (und damit auch der Verlust oder Gewinn) einer einzelnen Aktie, Fondsanlage oder Asset-Klasse ist für sich genommen unbedeutend und sollte entgegen der gängigen Praxis keinesfalls zur alleinigen Grundlage für Investitionsentscheidungen gemacht werden. Allein das Gesamtportfoliorisiko und die Gesamtportfoliorendite zählen.

(3) Persönliche familiäre Situation berücksichtigen

Üblicherweise werden die Risikopräferenzen eines Anlegers ausschließlich in Form eines Wertpapierhandelsbogens erfasst, obwohl man – wie die Wissenschaft inzwischen weiß – eine derart komplexe und im Lauf der Zeit unter Umständen einem Wandel unterliegende Angelegenheit wie die Risikotragekapazität eines Menschen nicht mithilfe von zehn oder 15 „statischen“ Fragen einfangen kann. Wir machen es besser. Ihre Risikotragekapazität ist bei uns kein Thema, das in einen albernen Fragebogen verbannt wird.


1 Dabei handelt es sich um etwa 50 bis 60 Prozent des Risikos einer Einzelaktie. Dieser unternehmensspezifische Risikoteil kann durch eine geschickte Diversifikation ohne langfristigen Renditeverlust wegdiversifiziert (beseitigt) werden.