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Prozyklik schadet

(3) Anleger investieren prozyklisch und schaden sich damit enorm:

Eine Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen hat gezeigt, dass Privatanleger ein prozyklisches Anlageverhalten zeigen, d. h., dass sie tendenziell dann in eine Asset-Klasse „einsteigen“ (investieren), wenn diese vorher über einige Monate oder Jahre hinweg überdurchschnittlich gut abgeschnitten hat. Den Großteil des Aufschwungs verpassen diese Anleger so natürlich. „Ausstiege“ (Verkäufe) erfolgen analog dazu meist dann, wenn die Verluste in den vorherigen Monaten oder Jahren überdurchschnittlich hoch waren. Ist der Anleger jedoch erst einmal „aus dem Markt“, verpasst er in den meisten Fällen den Turnaround, d. h., er steigt erst dann wieder in den Markt ein, wenn dieser teurer ist als zu dem Zeitpunkt, an dem er ausgestiegen ist. Nun beginnt der gesamte Zyklus wieder von vorne. Dieses prozyklische Anlageverhalten hat fatale Konsequenzen für die langfristige Anlegerrendite, also diejenige Rendite, die der Anleger persönlich realisiert. Sie unterscheidet sich gewaltig von der von Investmentfonds oder Zertifikate-Emittenten veröffentlichten Produktrendite. Hier ein Beispiel:

Wie Aktienfondsanleger mit Ihren Beratern die Marktrendite verzocken

1989 bis 2008 (20 Jahre) Jährliche Rendite Entwicklung eines Einmalinvestments von
einem Dollar
S & P-500-Index (USA Aktienmarkt 8,4 % p. a. $ 5,02
USA-Inflation 2,9 % p. a. ---
Durchschnittlicher US-Aktienfondsanleger 1,9 % p. a. $ 1,46
 
 
 
 





Quelle: Dalbar, Inc., „Quantitative Analysis of Investor Behavior 2009“ (www.dalbar.com)

Ein amerikanischer Buy-and-Hold-Aktienfondsanleger hätte – wie der USA-Standardwerteaktienmarkt – über die betrachteten 20 Jahre eine Marktrendite von 8,4 Prozent p. a. realisiert. Das hätte bei einem Einmalinvestment von einem Dollar einen Endwert von 5,02 Dollar ergeben – eine Verfünffachung des ursprünglichen Einsatzes. Durch schädliches „Rein-und-Raus“ und ungünstiges Timing erreichte der tatsächliche durchschnittliche US-Aktienfondsanleger jedoch nur eine kümmerliche Jahresrendite von 1,9 Prozent p. a. (Vermögensendwert von 1,46 Dollar). Falsche Beratung und das Verfolgen sinnloser „Investmentmoden“ kosteten den durchschnittlichen US-Aktienfondsanleger also über 70 Prozent seiner Rendite, die damit unterhalb der Inflation lag. Bei US-Rentenfonds fiel der relative Anlegerverlust sogar noch höher aus.