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Aktiv funktioniert nicht

(2) Aktives Investieren (Market Timing und Stock Picking) führt langfristig äußerst selten zum Erfolg:

Aktives Investieren stellt den Versuch eines Privatanlegers oder Fondsmanagers dar, einzelne Wertpapiere oder ganze Asset-Klassen zu identifizieren (Stock Picking oder Market Timing), die vom Markt, was ihren „fairen“ (angemessenen/korrekten) Preis betrifft, zeitweilig falsch bewertet werden, also entweder zu teuer oder zu billig sind. Diese aktive Anlagestrategie setzt den Glauben voraus, dass der aktive Privatanleger oder Fondsmanager Informationen besitzt, die die restlichen Marktteilnehmer (noch) nicht kennen. Aus der Sicht der Wissenschaft verursacht die Mehrzahl der aktiven Anleger im Verhältnis zur Marktrendite Verluste, d. h. eine Unterrendite, insbesondere nach Berücksichtigung von Kosten, Steuern und Risiko. Anlegern gelingt es typischerweise nur zufällig, den optimalen Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt für ein Investment zu prognostizieren. Einer der zahlreichen Gründe dafür liegt in der „Ruckartigkeit“ von Aktienrenditen. Hierzu zwei Beispiele:

(a) Der MSCI-World-Aktienindex wies im Jahr 2006 (das ein durchschnittliches Aktienjahr war) eine Rendite von 7,9 Prozent auf (in Euro). Das Jahr hatte 260 Handelstage. Hätte man auch nur die drei besten Handelstage verpasst (1,2 Prozent aller Tage), wäre der realisierte Gewinn bereits auf 2,0 Prozent (also um sage und schreibe 75 Prozent) gesunken. Hätte man die besten fünf bzw. die besten zehn Tage verpasst, hätte sich daraus ein Jahresverlust von 1,2 Prozent bzw. 6,6 Prozent ergeben.

(b) Ein weiteres Beispiel: Betrachtet man die Monatsrenditen des MSCI-World-Index über die zehn Jahre von 1998 bis 2007 hinweg, zeigt sich, dass die durchschnittliche Jahresrendite (in Euro) über den gesamten Zeitraum bei 7,4 Prozent (real 5,8 Prozent) lag. Hätte man in diesen 120 Monaten auch nur einen einzigen Topmonat (d. h. 0,8 Prozent der gesamten Zeitspanne) versäumt, hätte man fast ein Drittel der Marktrendite eingebüßt, bei den zwei besten Monaten die Hälfte, bei den drei Topmonaten (d. h. 2,5 Prozent der gesamten Zeitspanne) sogar mehr als zwei Drittel.